Sandstein – Eine kleine Einführung

Sandstein ist seit Jahrhunderten ein beliebter Baustoff. Er ist leicht zu bearbeiten und er kann mit einer großen farblichen Bandbreite aufwarten. Vom typisch roten Sandstein, wie man ihn als Baumaterial für ältere Bauten kennt, bis hin zu beige-rosé-gebänderten Steinen, wie man sie immer öfter als Terrassenfliese sieht.

Was ist jedoch Sandstein? Wo kommt er vor, wie entstand er?

Sandstein gilt als sog. „Sedimentgestein“. Sedimentgesteine entstehen im Laufe von Jahrmillionen aus Ablagerungen von Schlamm und Staub z.B. am Meeresgrund. Wenn sich immer mehr Schlamm, der z.B. durch Flüße ins Meer gespült wird, zu Schichten von hunderten Metern Dicke ablagert, wird auf Grund des zunehmenden Drucks Wasser aus dem Schlamm gepresst. Zusätzlich fällt auf Grund des zunehmenden Drucks Zement aus, der die Sand- und Schlammkörner zusammenbäckt. Dieser Prozess wird auch Lithogenese, auf Deutsch, Versteinerung genannt. Mit versteinert werden bei diesem Prozess nicht nur der abgelagerte Schlamm, sondern auch Pflanzenresten, Knochen und Schalen von Muscheln und anderen Meerestieren, so dass Sedimentgesteine als DER Fundort für Fossilien, für versteinere Tier- und Pflanzenüberreste gelten.

Im Gegensatz zu einem Kalkstein enthalten Sandsteine aber einen Anteil von mindestens 50% Quarzsandkörnern bis zu einer Größe von 2 mm je Korn. Dieser hohe Anteil von Sandkörner führt dazu, dass Sandstein, im Gegensatz zu anderen Sedimentgesteinen, sehr offenporig, sehr grobporig ist. Er bekommt somit seine charakteristische, pockige Oberflächenstruktur, die man bei anderen Steinen nur durch entsprechende Nachbearbeitung, wie z.B. Stocken oder Nageln erzielen kann.

Als Sedimentgestein ist Sandstein überall auf der ganzen Welt verbreitet. In Deutschland sind die bekanntesten Vorkommen das sächsische Elbsandsteingebirge oder weiter im Westen die Felsen des Pfälzer Waldes. Die roten Felsen, die man aus US-Western kennt, die in Utah oder Arizona spielen, sind Sandstein. Der Uluru oder Ayers Rock in Australien, Heiliger Ort der Aborigines und Wahrzeichen dieses Kontinents, besteht aus Sandstein.

Und weil er so einen hohen Anteil an Quarzsanden hat, ist der Sandstein sehr einfach zu bearbeiten. Deswegen findet man ihn auch quer durch die ganze Menschheitsgeschichte als beliebtes Baumaterial vor allem für weltliche und religiöse Prachtbauten. Das Freiburger Münster ist z.B. größtenteils aus Sandstein erbaut worden und viele Burgen entlang des Rheins leuchten rötlich von den Bergkämmen herüber.

Doch gerade die Porösität und Weichheit des Sandsteins macht ihn auch besonders anfällig für Erosion durch Luftverschmutzung, Algenbewuchs und Flechten, sowie durch die simple mechanische Belastung beim alltäglichen Begehen eines Sandsteines.

Beim nächsten Mal werden wir Ihnen aufzeigen, was Sie alles tun können, um bei Ihnen verbaute Sandsteinoberflächen sinnvoll zu schützen und wie man sie am besten reinigt und pflegt.

 
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