Was ist Terrazzo?

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In nicht wenigen Wohnungen, Firmengebäuden und öffentlichen Einrichtungen laufen wir auf Terrazzoboden. Entweder offen und schön glänzend aufpoliert oder versteckt unter Teppichböden und Linoleum. Doch kaum jemand widmet diesem Boden einen zweiten Blick oder nähere Gedanken. Dabei ist Terrazzo einer der vielseitigsten und bekanntesten Kunststeine. Erfahren Sie mehr hier im Steinpflege-Blog. Erweitern Sie ihr Hintergrundwissen.

• Was ist Terrazzo?

Terrazzo ist einer alter, schon seit der Antike gebräuchlicher Kunststein aus Zement und Anteilen von Marmor, Kalkstein oder Flußkiesel. Während ganze Marmorplatten oft nur in Villen reicher Kaufleute, Senatoren und in den Prachtbauten des römischen Kaisers verbaut wurden, war Terrazzo DER Baustoff für alle Bürger Griechenlands und des Römischen Reiches. Terrazzo wurde in einfachen Wohnhäusern als Bodenbelag verwendet und in Form aufwendiger Mosaike in den Villen der wohlhabenden Kaufleute. Gerade während der Vorherrschaft des Römischen Imperiums erlebte Terrazzo eine Blüte und große Verbreitung. Öffentliche Bäder, Saunen und ganze Plätze wurden mit aufwendig verarbeitetem Terrazzo belegt. Die römische Armee verwendete Terrazzo als Bodenbelag für nahezu alle Militärbauten, Kasernen und Festungen.

Nach dem Niedergang des römischen Reiches verbreitete sich die Kunst der Terrazzo-Herstellung erst mit dem Bau der großen Kathedralen und Dome des Mittelalters im Rest Europas. In Deutschland wurde Terrazzo großflächig in den 50er und 60er Jahren verwendet, weil er auf Grund des starken Bedarfs nach Wohnraum sehr schnell herstellbar und leicht zu verarbeiten war.

Heute kennt man Terrazzo eher unter dem Begriff „Betonwerkstein“, mit einer sehr großen Auswahl an Farben, Formen und Verwendungszwecken.

• Wie stelle ich Terrazzo her?

Grund für die Beliebtheit dieses Kunststeines war seine einfache Herstellung, seine Flexibilität in der optischen Gestaltung und seine höhere Haltbarkeit im Vergleich zu anderen Natursteinen.

Anstatt dass man schwere Steinplatten unter großen Mühen aus Steinbrüchen an die Baustelle transportieren musste, wurde auf eine geglättete, festgestampfte Fläche eine Zementmasse als sog. Estrich aufgetragen. In dieser Zementmasse befanden sich Zuschlagsstoffe, wie z.B. Splitter aus Marmor- und anderen Kalksteinen. Diese Zuschlagsstoffe verbanden sich mit dem zementären Estrich zu einer festen Masse, die nach dem Abtrocken geschliffen und auf Hochglanz poliert werden konnte. Wurde eine höhere Belastbarkeit des Bodens gewünscht, mischte man kleine Flußkiesel wegen ihres hohen Quarztitanteils in den Zement.

Nach dem Trocknen, Schleifen und Polieren wies die Terrazzo-Oberfläche auch eine hohe Wasserundurchlässigkeit auf, was sie ideal für den Einsatz in Bädern machte. Die römische Bäderkultur konnte also nur Dank des Terrazzos entstehen, bot kein anderer Werkstoff diese Eigenschaften.

Heute werden Terrazzo-, bzw. Betonwerksteinplatten industriell in großem Maßstab gefertigt.

 
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